BTR 2020

 

Die Wettersituation war für alle Beteiligten sehr angenehm. Der Wind kam schräg von hinten, sodass die Hunde den Fuchs nicht gleich nasenmäßig wahrnehmen konnten. Damit waren die Anforderungen etwas höhergesteckt.

Gemeldet waren sechs Hunde, ein Hund konnte leider die kleine Leistungsprüfung nicht bestehen. Ein kleiner Trost ist, dass die Prüfung wiederholt werden kann. Bei allen Hunden konnte man sehen das sie ihre Aufgabe verstanden haben.

Das ausgesprochen gute Gesamtergebnis freut die Hundeführer, die Richter und Helfer gleichermaßen. Den Richtern wird etwas geboten und verkürzt die gefühlte Verweildauer auf ihren Beobachtungsplätzen. Für die Hundeführer ist es der Lohn für die Übung in der für die Hunde weniger aktiven Jagdzeit.

Es wird nicht immer ein Seminar oder ein Kurspaket benötigt; die Prüfungsordnung, ein wenig Jagdverstand, Eigeninitiative und eine nette Truppe genügen. Bei unseren regelmäßigen Übungstagen fehlte weder der Spaß noch der Kaffee und das Gebäck.

Hier an dieser Stelle der herzliche Dank an die Revierinhaber für die Übungsmöglichkeiten und der Ansporn der Interessierten im nächsten Jahr auch teilzunehmen.

 

VGP 2019

 

 Zur Meisterprüfung, der VGP hatten sich 6 Hundeführer mit ihrem Hund gemeldet. Wieso Meisterprüfung? Viele Fächer sind doch in der HZP geprüft worden.? Was ist also der Unterschied zwischen HZP in Kombi mit der Brauchbarkeit und VGP?

Schleppe ist Schleppe, Schweiß ist Schweiß? Es ist wie im Berufsleben. Eine Gesellenprüfung ist der Einstieg in das Berufsleben, so dass unter Anleitung eines erfahrenen Meisters die Anforderungen an die Aufgaben gemeistert werden können.

Von dem Hund wird eine völlig selbstständige Leistung erwartet, die auch unter ungünstigen Bedingungen (z.B. zufällig aufstehendes Wild, ungünstige Windrichtung) erfüllt wird. Und das braucht Erfahrung, Zeit und Finder- bzw. Durchhaltewillen.

Natürlich gibt es Hunde, die diese Voraussetzungen schon sehr früh mitbringen. Einige Hunde absolvieren im selben Jahr HZP und VGP sowie es auch Schüler gibt die Klassen überspringen. Aber was allen neben dem Wissen/Können fehlt ist das Handwerkszeug. Und das wird in der Praxis erfahren und erlernt - und braucht viel Zeit.

Wenn wir einen Meister mit Erfahrungen haben wollen bzw. fordern, dann schließt sich das Führen auf beiden Prüfungen im selben Jahr aus. Von sechs Hunden, haben fünf bestanden. Alle Hundegespanne verdienen hohen Respekt, dass sie sich der Prüfung über zwei Tage gestellt haben.

 

Waidmannsheil

 

Bildmaterial: B.Bredthauer,H.Wollerich

 

HZP 2019

 

 

Na wie wars?  Durchwachsen!

 

So ist die treffende Bezeichnung der HZP 2019.

 

Von 14 genannten Hunden waren 13 am Start und davon haben wiederum 9 Hunde bestanden. Statistisch gesehen ein unbefriedigendes Ergebnis. Bei genauerer Betrachtung sind 2 Hunde krankheitsbedingt und 3 Hunde in einer „Muss-Bestimmung“ ausgefallen.

Das hört sich schon anders an. Und dennoch überprüfen wir Ausbilder im Nachgang wo wir in der nächsten Saison besser werden können.

Sonniges Wetter hat den Hunden im Laufe des Prüfungstages zu schaffen gemacht und das war deutlich an der Leistungskurve zu sehen.

Hier spielte u.a. der Zeitpunkt für Suche bzw. Wasserarbeit eine Rolle. Nun ist es verständlich, dass nicht bei allen Hunden zeitgleich dieselben Fächer geprüft werden können. Es handelt sich bei der HZP um eine Zuchtprüfung, die den Leistungsstand eines Wurfes dokumentieren soll. Damit stellt die HZP eine Entscheidungsgrundlage für die Zucht dar.

Und trotz dieser vielen Variablen, wie Führerqualität, Wetterbedingungen, Revierunterschiede, Leistungsbewertungsunterschiede in den Prüfungen und nicht zuletzt Suchenglück, kommt der Leistungszucht von 104(!) anerkannten Rassen im JGHV eine führende Rolle zu.

 

Wie überall im Leben hat der Erfolg 3 Buchstaben „TUN“ (Goethe)

 

Bildmaterial z.T. B.Bredthauer

VFsP 2019

 

Warum Fährtenschuh und nicht Schweißprüfung? Diese Frage wird häufig gestellt.

Ist es etwas Exotisches oder Schwierigeres? Nein ganz und gar nicht. Was passiert beim Schuss auf den Wildkörper?

Das Stück der Begierde betritt die Bühne, das Jagdfieber schüttelt den Körper ordentlich durch. Nach einiger Zeit hat man sich wieder im Griff und die gespannte entsicherte Büchse liegt sauber im Ziel, der Zeigefinger berührt den Züngel, ein kurzer Moment des Innehaltens und dann bricht der Schuss.

In den heutigen Zeiten des Nitrozellulosepulvers gibt es keinen Rauch, damit ist der Blick im Schuss durch die Zieloptik möglich. Soweit die Theorie. In diesem Fall ist die Bühne leer. Die Lippen werden schmal und es kommen Zweifel ob alles richtig gelaufen ist.

Das Abwarten einer Zigarettenlänge wird von der Stoppuhr im Smartphone übernommen und mutiert zur Qual.

Jetzt aber runter    und?    Nichts!!!!!!      Und wieder Nichts auch im Umkreis von 50 Metern, Nichts als Nichts. Kein Schweiß, kein Schnitthaar. Also gefehlt oder doch nicht?

Diese Frage kann in diesem Fall nur ein Hund lösen, der auf die Nachsuche eingearbeitet ist.

Gott sei Dank, hier gibt es Empfang. Die Homepage unseres Vereines im 5G Modus geöffnet, in der Rubrik „Für den Fall der Fälle“ nachgeschaut und eine Nummer eines bestätigten Nachsuchenführers angerufen, Treffpunkt und Zeit ausgemacht.

Bedingt durch den Schusswinkel liegt der Anschuss deutlich hinter dem Standpunkt des Wildes. Je höher die Wildart und flacher der Schusswinkel, desto weiter dahinter.

Der Hund sucht selbstständig den gesamten Anschussbereich ab und findet schnell Schnitthaar und eine geringe Menge Schweiß. Anhand dieser Schusszeichen kann der erfahrene Führer einigermaßen abschätzen wo der Schuss sitzt. Danach nimmt der Hund die Wundfährte auf, verweist in der Folge hier und da ein wenig Schweiß und folgt ihr bis zum bereits verendeten Stück. Die Freude und Erleichterung aller Beteiligten sind nachvollziehbar. So oder ähnlich kann es ablaufen. In diesem Fall eine Totsuche und keine erschwerte Nachsuche über einige Kilometer mit anschließendem Abfangen.

In der Nachsuchenpraxis kommt es in den seltensten Fällen zu einem kontinuierlichen Schweißverlust aus der Wunde. Also gibt es Streckenweise außer der Bodenverwundung und der allgemeinen individuellen Witterung des Tieres keine weiteren Pirschzeichen. Und wenn es überhaupt eine Annäherung an die Wirklichkeit gibt, dann stellt der Fährtenschuh aus meiner Sicht die beste Alternative dar. Letztendlich muss der Hund die Fähigkeit besitzen einer Spur trotz Verleitung bis zum Ende sicher und ruhig folgen zu können.

Mit der letzten Änderung der Prüfungsordnung für die VSwP/VFsP hat man diesem Szenario mehr Rechnung getragen. Die Wundspur wird von einem anerkannten Schweißhundführer getreten/gelegt und die Richtergruppe muss aus Richtern mit der Zusatzbezeichnung Sw (Sonderrichter Schweiß) bestehen. Zudem soll in der Richtergruppe ein vereinsfremder Richter beteiligt sein. Damit möchte der Verband die Qualität einer solchen Prüfung sichern. Es hat nichts Elitäres, sondern es hat mit der tatsächlichen Praxis zu tun und ist kein Selbstzweck.

Damit das Gespann die nötige Sicherheit bekommt, heißt es Üben und nochmals Üben.

Das Geheimnis liegt im häufigen Wechsel von Gelände und Umweltbedingungen. Das macht Mühe und Arbeit. Diese kurze Betrachtung verdeutlich, dass man viele Gönner mit ihren Revieren haben muss, um dieser Notwendigkeit Rechnung zu tragen. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei Christian, Kurt, Markus und Annika sowie den Revierleitern der Klosterforst für ihr großzügiges Angebot bedanken. Alleine ist fast nichts zu schaffen, aber in der Zusammenarbeit gelingt es.

 

 

VJP 2019

 

 

Zugegeben, als Prüfungsleiter hatte ich bei der Vielzahl von Anmeldungen – ausschließlich aus unseren Lehrgängen - einige unruhige Nächte. Die damit erforderlichen Hasenspuren und dem Anspruch der Prüfungsteilnehmer bzw. Hunden gerecht werden zu können, führte erwartungsgemäß zu Diskussionen.

Die Reviere, die uns zu Verfügung standen, boten Raum für 3 Gruppen und damit waren es 5 Hunde pro Gruppe!

Unsere wildlebenden Teilnehmer (Hasen) sind ein wesentlicher Bestandteil des Prüfungsgeschehens und zugleich der am wenigsten kalkulierbare. Eine wesentliche Rolle spielt noch das Wetter.

Also viele Fragezeichen und Achselzucken!

Im Vorfeld haben wir einige Optionen geprüft. Alle Möglichkeiten hatten entweder organisatorische oder räumliche Unwägbarkeiten.

Am Schluss haben wir uns für 3 Gruppen mit je 5 Hunde entschieden.

Hier an dieser Stelle ein ausgesprochenes Lob an alle Teilnehmer, insbesondere die Richter, die diese Aufgabe gemeistert haben.

Normalerweise findet die Preisverleihung direkt am Anschluss statt, d.h. ohne genaue Zeitangabe. Um den Gruppen und der Verwaltung die nötige Zeit zu geben, haben wir das abschließende Treffen auf 18.00 Uhr gelegt.

Ergebnis: Die Hasen haben mitgespielt und das Wetter wurde erst zu Mittag richtig warm. Die vorbereiteten Hunde und Führer konnten die Gelegenheiten auch nutzen, so dass das Richterkollegium sich ein Urteil bilden konnte.

Der Zeitplan war reichlich bemessen und die Preisverleihung startete pünktlich. Alle gemeldeten und geprüften15 Hund haben die Prüfung bestanden. Drei Hunde hatten die gleiche Punktzahl. Da es aber nur einen Suchensieger geben kann, wird nach der Empfehlung der Prüfungsordnung in der Rangfolge: Härte/Laut/Gehorsam/Alter der Suchensieger bestimmt.

In diesem Fall hat es ein engagiertes Jungjäger-Gespann getroffen.

Das freut und motiviert besonders.

Bildmaterial z.T. Arne Steiner